Wir haben für Sie gefragt...

Gespräch mit Martin Vogel, dem Senior Principal Solution Consultant bei OpenText

Wie lange sind Sie bei OpenText beschäftigt?

Seit 2010, als die Gesellschaft StreamServe von OpenText akquiriert wurde.

Wofür sind Sie in Ihrer Position zuständig?

Für die Vertriebsförderung aller OpenText-Produkte auf dem sich schnell entwickelnden Markt Mittel- und Osteuropas (auch in der Tschechischen und der Slowakischen Republik) sowie in Israel, der Türkei und Afrika.

Woran arbeiten sie mit IXTENT zusammen?

Der Fokus unserer Kooperation liegt vorwiegend in dem Bereich ECM (Enterprise Content Management), wir stehen mit den Kollegen von IXTENT im regelmäßigen Kontakt und diskutieren über die Kunden und ihre Lösungen. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass IXTENT ein erfahrener und selbständiger Partner ist, meinerseits ist keine große Unterstützung erforderlich.

Wir arbeiten auch im Rahmen der Vortragstätigkeit zusammen, ich nehme an diversen Konferenzen oder Seminaren teil, bei denen ich dem Publikum die neusten Trends auf dem Gebiet der Digitalisierung näherbringe. Am 10. und 16. Oktober werde ich im Rahmen der Partnerschaft mit IXTENT einen Vortrag über das Produkt Magellan bei dem Gesellschaftstreffen in der kanadischen Botschaft halten. Diese Verbindung ist ideal, da OpenText eine kanadische Firma ist.

Können Sie unseren Lesern erklären, was das OpenText Produkt Magellan so umwälzend macht?

Die Nutzer verfügten schon früher über verschiedene Datenbankdaten, wollten sie visualisieren und analysieren, mit der Zeit vergrößerte sich jedoch die Breite der Quellen. Magellan kann sie alle verarbeiten und abbilden, sowohl strukturierte (Datenbank-)daten als auch nicht strukturierte Daten (Bilder, Videos, Webseiten, E-Mails), kann viele Formate lesen, bewältigt viele Speicherdestinationen - den sogenannten Datensee.

Magellan nimmt alle strukturieren und nicht strukturierten Daten, analysiert sie durch das maschinellen Leseverfahren, kann auch Daten von außen lesen, kann mit Twitter, Facebook, News ... verknüpft werden. In Amerika analysierte Magellan beispielsweise die Medien in der Vorwahlperiode; Hillary Clinton war in den Medien überlegen, trotzdem siegte Donald Trump.
Über Magellan können auch Epidemien oder die Entwicklung von Zivilisationskrankheiten vorhergesagt werden. Im Internet sind sogar einige Magellan-Module kostenlos zum Ausprobieren verfügbar - zum Beispiel für den Vergleich einzelner Typen der Mobiltelefone. Magellan ist in der Lage Daten schneller als der Mensch zu lesen und ist mit dem mehrsprachigen Tool (beispielsweise Englisch, Spanisch, Französisch und teilweise auch Tschechisch) ausgestattet.

Algorithmen, mit denen Magellan arbeitet, sind seit langem bekannt, aber die Leistungsfähigkeit, die das System nun bietet, ist überwältigend. Magellan liest eine Seite pro Viertelsekunde, arbeitet kontinuierlich und im Gegensatz zum Menschen fehlerfrei. Sie kann auch visualisieren. Sie kann sogar Entscheidungen für uns treffen, wenn wir es wollen, sie nutzt auch das IoT (Internet of Things – Internet der Dinge).

In welcher Phase befindet sich ihre Entwicklung?

Magellan ist bereits auf dem Markt erhältlich, wurde im vergangenen Jahr bei OpenText Enterprise World vorgestellt.

Wie kann sie die Firmen unterstützen?

Firmen, die auf den Endkunden ausgerichtet sind, können über die Magellan das sogenannte Sentiment - die Reaktion des Publikums auf die Marketingkampagnen überwachen, können auf der Grundlage der Ergebnisse der Analyse ihre Kampagnen effektiver gestalten oder die zusammenhängenden internen Prozesse optimieren.

Magellan kann viele Ereignisse branchenübergreifend vorhersagen - zum Beispiel bevorstehende Serviceeinsätze bei technischen Einrichtungen, Wahrscheinlichkeit von Reklamationen, Prädiktion der Marktentwicklung. Man kann dank ihr Unfälle in gewissem Maße vorbeugen, sie kann beispielsweise Störungen im Tomograph-Raum mit Sensoren und verfügbaren Daten vorhersagen. Sie kann zum Beispiel auch die Einstellung der G7-Länder zu politischen Fragen prognostizieren. Ihre Nutzung sehe ich in Institutionen, die mit vielen Vorschriften arbeiten; das System kann nämlich Überschneidungen erkennen.

Der Vorteil des Systems liegt darin, dass die Plattform von der Firma zwar gekauft werden muss, aber die entstandenen Algorithmen sind schon das ausschließliche Eigentum des Käufers. Magellan bietet auch die Möglichkeit diverser Vorkonfigurationen (zum Beispiel für Twitter), kann ebenso gut in der Cloud wie lokal funktionieren. 

Werden Sie in der Lage sein die Benutzer auch im Hinblick auf die Analytik-Einstellungen zu unterstützen? Oder müssen die Firmen selbst diese vornehmen oder andere Fachunternehmen damit beauftragen?

Der Geschäftsbereich OpenText Professional Services kann auch bei den Einstellungen helfen, für die maximale Nutzung der Plattform wird jedoch empfohlen das Fachwissen der dafür ausgebildeten Spezialisten in Anspruch zu nehmen. Es ist erforderlich das Instrument auf die firmenspezifische Bedürfnisse im Bereich der Analysen anzuwenden, es an die jeweilige Umgebung anzupassen.

Wird Magellan irgendwo bereits aktiv genutzt?

Die Plattform steht komplett zur Verfügung. Die Magellan wird in der Praxis zum Beispiel bei der Erkennung von Zivilisationskrankheiten des Menschen auf der Grundlage der Analyse der Umgebung, in der der Mensch lebt, und seiner Familienanamnese genutzt.

Gibt es andere OpenText Produkte, welche die künstliche Intelligenz nutzen?

Magellan ist das erste Produkt, sie ist auch in anderen Lösungen für den Kunden teilweise implementiert, ohne dass er sich dessen bewusst ist, sowie im IoT; durch den Fortschritt wird die künstliche Intelligenz zunehmend in die Digitalisierung der firmeninternen Prozesse einbezogen.

Welches OpenText Produkt halten Sie für das gelungenste oder das meistverkaufte Produkt?

Es gibt viele gelungene Produkte, für das Top-Produkt halte ich den Content Server, der auch bei IXTENT das meistverkaufte Produkt ist; in Verbindung mit Magellan bringt der Content Server eine ideale Lösung für die unternehmensinternen Prozesse.

Wie ist es bei OpenText mit dem Schuster? Trägt er die schlechtesten Schuhe oder nutzt OpenText alle seine Produkte aktiv?

Wir selbst nutzen alle Kernprodukte aktiv, jedoch nicht das komplette Produktportfolio. 

Welche sind Ihre persönlichen beruflichen Wünsche für die Zukunft?

Ich wünsche uns (OpenText und IXTENT) den ersten gemeinsamen tschechischen Magellan-Kunden.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Data Lake = Art der Speicherung von Daten im Rahmen eines Systems oder einer Speicherstelle in ihrem natürlichen Format, die die Verbindung von Daten in verschiedenen Schemen und Strukturnormen erleichtert. Die Idee des Data Lakes besteht darin einen einzigen Bestand aller Daten im Unternehmen zu haben, und zwar von den rohen bis zu transformierten Daten, der für verschiedene Aufgaben einschließlich Berichterstattung, Visualisierung, Analyse usw. genutzt wird. Data Lake enthält strukturierte Daten aus relationalen Datenbanken (Zeilen und Spalten), halbstrukturierte Daten (CSV, Logs, XML, JSON), nicht strukturierte Daten (Bilder, Audio, Video), wodurch eine zentrale Speicherstelle für alle Datenformen entsteht.

Internet der Dinge (englisch Internet of Things, kurz IoT) ist in der Informatik eine Bezeichnung für das Netzwerk physischer Einrichtungen, Fahrzeuge, Haushaltsgeräte und anderer Geräte, die mit Elektronik, Software, Sensoren, beweglichen Teilen und der Netzwerkkonnektivität ausgerüstet sind, die diesen Anlagen ermöglicht sich zu verbinden und Daten auszutauschen.